28.07.2026
```json
```json
{
"title": "Algen-Durchbruch könnte Seltenerdkonzentrationen mehr als verdoppeln, US-Forscher entdecken neue Methode",
"content": "Forscher der Southern Illinois University haben entdeckt, dass Mikroalgen die Konzentration von Seltenen Erden mehr als verdoppeln können. Dies könnte eine sauberere Alternative zu herkömmlichen, chemieintensiven Verarbeitungsmethoden bieten – zu einem Zeitpunkt, an dem die Vereinigten Staaten aktiv daran arbeiten, ihre Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten bei kritischen Mineralien zu verringern.\n\nDie Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Regierungen weltweit um die Sicherung heimischer Seltenerden-Lieferketten wetteifern, wodurch Verbesserungen bei Konzentrations- und Verarbeitungstechniken strategisch ebenso wichtig werden wie die Entdeckung neuer Lagerstätten. China dominiert derzeit die globale Seltenerdbranche, fördert etwa 60 Prozent des weltweiten Angebots und verarbeitet sowie trennt rund 90 Prozent. Die USA sind der zweitgrößte Produzent, mit Betrieben in Kalifornien und Georgia, und Washington hat die Verringerung der Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten als nationale Sicherheitspriorität eingestuft.\n\nDie Geologiestudentin im Masterstudiengang Kristina Kohl unterstrich die strategische Dimension der Forschung und wies darauf hin, dass Seltene Erden eine weit größere Rolle spielen, als viele Menschen erkennen. „Viele Menschen denken bei Seltenen Erden an Elektronik", sagte Kohl. „Sie erkennen nicht, welch wichtige Rolle sie bei der Herstellung von Ausrüstung für unsere nationalen Verteidigungssysteme spielen."\n\nUm die neue Extraktionsmethode zu testen, konstruierten der Mikrobiologe Scott Hamilton-Brehm und sein Team ein miniaturisiertes Flusssystem aus einem 190-Liter-Trog, Umwälzpumpen und LED-Beleuchtung, um fließendes Wasser und Sonnenlicht zu simulieren. Geologen brachten fein gemahlenes, seltenerdhaltiges Gestein in das System ein, bevor dem Wasser Mikroalgen zugesetzt wurden. Laboranalysen bestätigten anschließend, dass die Algen die Seltenen Erden nicht nur absorbierten, sondern deren Konzentration um mehr als das Doppelte erhöhten.\n\nDer Mechanismus hinter diesem Konzentrationseffekt ist noch unbekannt. „Als wir die Analyse des staatlichen Labors erhielten, wurde deutlich, dass die Algen tatsächlich mit den Seltenen Erden interagiert hatten", sagte Hamilton-Brehm. „Wir wissen nicht wie. Wir wissen nicht warum. Das müssen wir noch herausfinden."\n\nNach der Konzentrationsphase gewann das Team die Seltenen Erden mithilfe eines patentierten Verfahrens zurück, das das organische Material abbaut. Die verbleibende Algenbiomasse könnte anschließend als landwirtschaftlicher Biostimulator wiederverwendet oder zu Biodiesel verarbeitet werden, was zusätzlichen Mehrwert schafft und gleichzeitig Abfallströme minimiert.\n\nDie Technik könnte zudem die Abhängigkeit von herkömmlichen Verarbeitungsmethoden verringern, die auf Chemikalien wie Schwefelsäure zum Auflösen umgebender Mineralien angewiesen sind. Die Forscher wiesen darauf hin, dass Seltene Erden auch in Kohleasche, Bergbauabfällen und Elektronikschrott vorkommen, sodass das algenbasierte Verfahren letztlich einen saubereren Weg zur Rückgewinnung kritischer Mineralien aus Sekundärquellen bieten könnte und gleichzeitig zur Sanierung von Industrieabfällen beitragen würde.\n\nParallel dazu evaluieren Forscher Hicks Dome im Hardin County, Illinois, als potenzielle heimische Quelle für Seltene Erden. Außerordentlicher Professor Daniel Hummer beschrieb den Standort als einen Kryptovulkan, bei dem Magma, das die Oberfläche nicht erreichte, mineralreiche Intrusionen bildete und durch heiße, mineralhaltige Flüssigkeiten zusätzliche Seltene Erden im umgebenden Brekziengestein ablagerte. Die Arbeit verdeutlicht, wie bislang übersehene Lagerstätten wirtschaftlich rentabel werden könnten, sofern Extraktionskosten und Umweltauswirkungen gesenkt werden können.\n\nDas Forschungsteam testet nun zusätzliche Algenarten, um festzustellen, ob noch höhere Seltenerdkonzentrationen erzielt werden können, und bereitet einen Förderantrag bei der National Science Foundation vor, um die Arbeit auszuweiten. Hummer betonte, dass das Projekt den Wert interdisziplinärer Zusammenarbeit verdeutlicht, indem Geologie und Mikrobiologie kombiniert werden, um Herausforderungen bei der Entwicklung kritischer Mineralien zu bewältigen.\n\nQuelle: Mining.com, 27. Juli 2026.",
"keywords": ["Seltene Erden", "Algen", "kritische Mineralien", "Southern Illinois University", "Bioextraktion", "China-Lieferkette", "heimische Produktion", "Hicks Dome", "Seltenerdverarbeitung", "nationale Sicherheit"]
}
```
